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Walter Proebst Gedanken zur Entstehung eines Museums, von Walter Proebst

Teil 1, die Zeit der Motorradrennen

Mit Vergnügen haben wir seinerzeit die Artikel des großartigen Fritz B. Busch in der Zeitung "Das Auto" gelesen, in denen er die Freuden beschrieb, mit Oldtimern umzugehen, sie zu reparieren, und bei gutem Wetter Ausfahrten zu machen. Ich war damals (Anfang der Siebziger) etwa 40, als Angestellter einer Ölfirma unterwegs, und sozusagen Hobby- Automobilrennfahrer, auf sehr gebrauchten BMW und Porsche, zumeist auf Bergrennen, aber auch auf Rundstrecke. Es fehlte mir an fast Allem: Rennreifen kaufte ich bei erfolgreichen Kollegen gebraucht oder bekam sie sogar geschenkt, meine Motoren reparierte und frisierte ich selbst, häufig unter freiem Himmel. Meine Kollegen (Konkurrenten) waren oft betuchte Autohändler, die nicht sehr viel von mir hielten. Es war klar, daß ich versuchte, sie zu verbraten, was immer öfter gelang. Umsatzzwang in meinem Brotberuf und häusliche Krisen (meine Ehe ging zu der Zeit in die Brüche) setzten meinem Nervenkostüm arg zu.

Daß ich vor den Auto- Abenteuern 20 Jahre Motorradrennen fuhr, als Philologiestudent im Ruhestand (mein Vater hatte eine frühe Ehe, die sich als Katastrophe erwies, nicht hingenommen und mich exmatrikuliert), hätte ich fast vergessen.
Sandbahn_1 Sandbahn_2 Sandbahn_3 Nicht so mein Körper, der mir täglich schmerzhaft die Erinnerung an die zahllosen Stürze wach hält, die ich damals ignorierte, Brüche nicht ausheilte, nur um den Vertrag für nächsten Sonntag zu erfüllen und um zur Stelle zu sein, wenn die Rennleiter die Fahrer für ihre Veranstaltung vor Ort in Augenschein nahmen.

Sandbahn_Start
Es gab Geld - bis ich mich versah, war ich im "Profistand". Es gab nie zu viel, aber ich konnte mich und meine kleine Familie notdürftig über Wasser halten. Es waren weite Wege zu Grasbahnrennen an der Atlantikküste, zu solchen in der Tschechoslowakei, an der Nordsee, Holstein, Italien, Jugoslawien, Holland und ich weiß nicht mehr wo noch überall Sandbahnrennen und "Speedway"-Meetings gefahren wurden. Wichtig war, gut abzuschneiden und keine größeren Verletzungen einzufahren, denn ein Rennfahrer im Krankenhaus verdient kein Geld - ein Leben auf Messers Schneide.

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